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Donnerstag, 19. Februar 2009

Großmutter live.

Letzte Anekdötchen aus Schülerarbeiten und Nachprüfungen...


Forme korrekte Sätze mit „weil“ und „dass“.

weil – ich – musikalisch – sein – nicht , ich – kein – Instrument – spielen

Ich bin keine Instrument, weil ich nicht musikalisch bin.

schön – es – sein , nächste – Ferien – wir – Woche – haben – dass

Wir sind schön, dass es nächste Woche Ferien haben.


In der mündlichen Nachprüfung will der Schüler über das typisch argentinische "Asado" sprechen:

L: Und was hast du gestern gegessen, Leo, am Sonntag?

S: Am liebsten esse ich Spaghetti … am Samstag. Ich esse gerne Pasta.


Ein anderer zum Thema: Modetrend "Flogger"

(Infos gibts in der englischen und spanischen Wikipedia.)

S: Flogger tragen Marken wie Quicksilver, Billabong oder DC, enge Hosen, gepunktete Shirts. Die Haare auf den Hinterkopf stehen zu Berge.

L: Haben Flogger auch eine bestimmte Lebenseinstellung?

S: Emos denken, dass die Welt im Krieg lebt, und deshalb decken sie ein Auge mit dem Pony zu, um nur das Schöne der Welt zu sehen.

Wieder was gelernt.


Aus einer in der Stunde vorbereiteten Buchpräsentation (6. Klasse, Text nicht korrigiert):

Der Autoren sind das Bruder Grimm. Ich lese das Buch Rotkäppchen, das Buch heißt Rotkäppchen. Der Inhalt ist über ein Metschen, dass zu dem Haus von seine Mutter möchte gehen. In dem Wald finde ein Wolf, der Wolf frisst der Großmutter von Rotkäppchen, und Rotkäppchen. Aber der Jäger tottet der Wolf und dan Rotkäppchen und seine Großmutter live.

Sonntag, 6. Juli 2008

Sprachblüten III

Schülerzitate:

"Ich bin dafür, dass man Tiere in der Wildnis jagt, weil man muss unbedingt Fleisch essen." Argentinien eben.

Aus Schüleraufsätzen (5° Año = 12. Klasse):

"In den Entwicklungsländern gibt es weniger Technologie als in den Industrieländern, aber die Leute können diese Technologie nicht kaufen, deshalb um welche die besser Medien ist zu fragen, muss man die Kontext sehen und auswerten." Wenn das kein Lösungsvorschlag ist!

"Ich bin mit unserer Schuluniform einverstanden. Ich finde sie gut, obwohl man auch Dinge kann verändern, um sie besser zu machen. Die Lösung ist Taschentücher! Jeder Schüler sollte Taschentücher haben." Aha.

"Heutzutage gibt es in Deutschland ungefähr 7,2 Millionen Ausländer. Aber, was passiert mit diesen Ausländern?" ... Herr Doktor Schäuble, ich leite diese Frage mal an Sie weiter.

Aus Schüleraufsätzen zum Thema Piercings, Tattoos und Körperschmuck (2° Año = 9. Klasse):

"Ich trage Ohrringe und ringe gern." Die Ohrringe aber bitte nicht beim Ringen tragen!

"An fünfter und letzter Stelle sind keine Piercings, und das hat niemand. Alle Jugendlichen haben mehr als eins oder eins. Aber das ist nicht alles, mehr als 6 Tattoos haben 35 Prozent der Jugendlichen. Unglaublich." Wahr gesprochen.

"Die Eltern finden Tattoos heslig." Und ich äkälich.

Donnerstag, 19. Juni 2008

Saca todo Mertesacker!


3 zu 2 gegen die favorisierten Portugiesen im Viertelfinale! Ballack, Poldi, Klose und besonders Schweini haben gezaubert und Deutschland ins Halbfinale geschossen. Geackert hat aber vor allem einer, und das nicht wenig: Mertesacker, der in der deutschen Abwehr so ziemlich alles abräumte. Und genau dieser Mertesacker ist bei spanischsprachigen Kommentatoren extrem beliebt, da wird aus Mertes-acker nämlich Merte-sacker, da sie die Silbentrennung nach Merte- vermuten. Und das reimt sich gut auf saca in "Saca todo Merte-sacka", was im spanischen Fußballjargon so viel heißt wie "Mertesacker räumt alles ab". Und so wurde der Unfehlbare eben zum Running Gag der Kommentatoren auf ESPN und ESPN+ - die uns jedes Spiel der Eurocopa live und doppelt und dreifach ins Haus bringen -, weil die Portugiesen unseren Mertesacker eben gut beschäftigten.

VIVA ALEMANIA! VAMOS ALEMANIA!

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Sprachblüten II

Schülerin interpretiert ein entsprechendes Erlaubt-und-Verbots-Schild beim Üben des Passiv:
  • "Man darf gegrillt werden." (Es darf gegrillt werden.)

Aus den Aufsätzen "Mein Traumzimmer" (8. Klasse):
  • Links und rechts der Tür stehen die Schranken. (immerhin korrekter Plural von Schranke)
  • Auf den Sofa hängt ein Poster von Shakira.
  • Mein Zimmer hat vier Plasma (-Fernseher), zwei sind auf der boden, und die andere auf der wand. (überall das Gleiche mit der Jugend)
Aus den "Briefen" an eine/n "Brieffreund/in" (6. Klasse):
  • Ich habe einen Dalmatinerhund. Er heißt Dunkel weil er schwarz ist. Ich spiele mit Dunkel Ball und renne.
  • Lieber Claudia, ich liebe in a Haus in Kilometer drei.
  • Ich habe viele Freunde und jedes Mal, wenn es einen guten Film gibt, gehen wir ins Kino. Ich muss gehen. Viele Grüße, Deine M.
  • Lieber Matías, ich schreibe du über meine familie weil ich erzählen möchte. ... Dann habe ich eine Baum geklettern. Danach hat meine schwester im meine Baums Haus Wasser getrünken. Dann haben wir die Abendessen gegessen. Endlich haben wir zu schlafen gegangen. So das ist meine familie, lustig und froh. Viele Grüße, Dein E.
Aus den "Mündlichen Prüfungen" zur Zentralen Deutschprüfung Grundstufe (ZDP-G, 6. Klasse, 11-12 Jahre):
  • Ich füttere mein Hund oder meine Mutter.
  • Der Mäusebussard lebt in Mittelseuropa, er fliegt in Mittelhöhe im Chimmel.
  • Meine Familie gerne Rad fahren, weil sie fröhlich und interessant sind. ... Mein Vater spielen Fußball, weil spannend ist. Meine Mutter gerne wandern, weil spannend ist.
Aus einer "Mündlichen Prüfungen" zur Zentralen Deutschprüfung Grundstufe (ZDP-G, 6. Klasse). Zu Beginn der Prüfung sind ein paar auflockernde Fragen vorgeschrieben, um dem Schüler den Einstieg in die Prüfung zu erleichtern:
  • Lehrer: "Hallo E., wie geht es dir?"
  • Schüler: "Gutt."
  • Lehrer: "Hast du gut geschlafen?"
  • Schüler: "Ja."
  • Lehrer: "Was möchtest du erzählen?"
  • Schüler: "---???"
  • Lehrer: "Welches Thema hast du?"
  • Schüler: "Über Hund und Meerschweinchen..."
  • Lehrer schaut erwartungsvoll.
  • Schüler: "Fange ich an?"
  • Lehrer: "Ja, du kannst anfangen."
  • Schüler: "Hallo, ich heiße E., ich spreche heute über Hund und Meerschweinchen ..."
So viel zum Thema auflockernde Fragen ...

Montag, 13. August 2007

Matheaufgabe zum Sprachdiplom

Am Sonntagabend liegen auf den Ski-Pisten des Cerro Catedral [esp.] an der Basisstation in 1200 Meter Höhe 60 Zentimeter Schnee, auf dem Gipfel in 2400 Meter Höhe 260 Zentimeter. In der Nacht zum Montag fallen insgesamt 50 Zentimeter an der Basisstation und 80 Zentimeter auf dem Gipfel. Wieso beträgt die Schneehöhe am nächsten Montagabend an der Basisstation 55 und auf dem Gipfel 240 Zentimeter? (tägliche Schneemeldungen auf Catedral Alta Patagonia)

Es schneit schon wieder ... und ich hab heut Morgen schon wieder trockene Socken und ein paar Schuhe für die Schule vergessen ... und heut Nacht friert bestimmt wieder alles glatt. Obwohl, es soll ja noch zwei Tage weiter schneien. Ab Donnerstag ist dann Sonne gemeldet, die sich hoffentlich über das Wochenende halten wird, denn da wollen wir zur Belohnung Ski fahren gehen.

Belohnung deshalb, weil die Tagestickets noch so teuer sind (siehe Post vom 10. Juni), aber vor allem, weil ab morgen vier Tage Prüfungsstress anstehen: Deutsches Sprachdiplom II, 12. Klasse (DSD Stufe C1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen), Textproduktion, Hörverständnis, Leseverständnis, Grammatik und Wortschatz und abschließend 20 Minuten mündliche Prüfung zu einem fremden Text und einem selbst vorbereiteten, problemorientierten Thema. Wenn sie denn ein Thema vorbereitet hätten; die Schüler haben mir in den letzten Monaten jeden Nerv geraubt, haben mit scheinbar südländischer Gelassenheit (Achtung: Stereotyp!) jede Frist für Planung, Vorentwurf und fertiges Dossier ohne mit der Wimper zu zucken verstreichen lassen. Grad heute noch hab ich einem Schüler mit Rat und Text ausgeholfen, der völlig fassungslos vor seinem Gekritzel saß und einfach keine Problemstellung finden konnte. Das soll was werden ... Egal, ich freue mich jedenfalls auf unsere Belohnung!

Mittwoch, 6. Juni 2007

"Fuera de control" (Außer Kontrolle)

Als ich heute in die Schule kam, um die Vertretung in der 6. Klasse (Deutsch) zu übernehmen, dachte ich, es wäre vielleicht ein nettes Intermezzo den Kindern zu erklären, was ein „Hexenschuss“ ist, um ihnen mitzuteilen, warum ihre Lehrerin, derzeit an jenem leidend, dem Unterricht fernbleiben muss. Doch dieses Vorhaben hatte ich wohl ein wenig überschätzt: Nachdem ich das Wort in großen Lettern an die Tafel geschrieben hatte, schauten sie mich fragend an. Als wir dann aber die Bedeutung der einzelnen Worte geklärt hatten, in dem ich einerseits das Wort „Hexe“ im Wörterbuch nachschauen ließ und andererseits den „Schuss“ pantomimisch darstellte, gab es eine Reaktion… Leider eine, mit der ich nicht gerechnet hatte... und ich verlor die Kontrolle über das Unterrichtsgeschehen. Es gelang mir auch nach mehreren Anläufen nicht, die aufgebrachten Kinder zu beruhigen, die unweigerlich davon ausgingen, ihre Lehrerin sei erschossen worden. Gott sei Dank unterrichtete nebenan eine nette Kollegin, die im Gegensatz zu mir beide Sprachen ausreichend beherrscht, um die Situation richtig zu stellen. Puhhh…. Noch einmal Glück gehabt!

Sonntag, 27. Mai 2007

Sprachbarrieren und Sprachblüten

Ich stehe am Postschalter, um ein Paket nach Deutschland aufzugeben. Der nette Herr von der Post reicht mir ein Formular und erzählt mir etwas, wovon ich nur verstehe „nombre“ (Namen), „esta cosa“ (diese Sache) und „contenido“ (was ich für mich als „zufrieden“ übersetze). Also entnehme ich daraus, dass ich einen Namen angeben soll, an wen die Bestätigung nach erfolgreicher (zufriedener) Sendung geschickt werden soll. Ich deute auf meinen Absender und sage „Yo!“ (in argentinischem Spanisch gesprochen: „Scho“), also „Ich“. Der Herr schaut mich komisch an und fragt zögerlich: „…colate???“. ´Häää?!´ Ich sage wieder: „Yo!“ (Scho), „Ich“ und zeige mit dem Finger auf mich, ´die Bestätigung soll ja an mich gehen´. Er fragt wieder nach einigem Stutzen „…colate???“ und nickt lächelnd! Ich schüttele den Kopf und sage: „No, no! ... Yo !!!“, (scho), woraufhin er wieder nachfragt: „…colate??“ Erst jetzt entscheide ich mich zuzugeben, dass ich vielleicht etwas falsch verstanden haben könnte, sage etwas schüchtern und leise: “Perdon, no entiendo”. Nach einer geduldigen und langsamen Erklärung geht mir ein Licht auf, jetzt verstehe ich es! Wie unangenehm! Es geht natürlich nicht um die Angabe meines Namens für die Bestätigung, sondern um eine Auflistung der Dinge (cosas), die in dem Paket verschickt werden! Der Mann hatte sich auf „Yo“ (ich) natürlich keinen Reim machen können, da ich ja schwerlich in die Kiste passe, und daher angenommen, ich wolle cho-colate (sprich „Schokolate“) sagen.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch lustige Dinge, die nicht auf unser Konto gehen, sondern Verdreher von den deutschstämmigen Argentiniern in Deutsch:
  • „Meine Schwiegermutter klagt immer über Schmerzen, ich glaube, sie will immer nur beleidigt werden.“
  • „Ich muss heute noch zur Bank, meine Kreditkarte renovieren lassen.“
  • „Das hat ja heute vielleicht geregnet. Ich war quatschnass.“
Sprachblüten aus dem Deutschunterricht:
  • „Ich finde die TV-Serien ein wischen langweilig sind. Es ist unglaublich wie die Leute viele TV-Serien sehen. Man sollte nur ein oder zwei Serien pro Tag sehen, ich denke das es ist gut, aber mehr ist schädlich." (Aufsatzkommentar, Schülerin, 12. Klasse)
  • Aus dem Reisebericht einer Schülerin (17): "Meine Familie hat nur Bio Essen gegessen, nur ökologisches Essen, Gemüse und Obst. Das Essen war sehr komisch, aber lecker. Wir haben um 18 Uhr zu Abend gegessen, in Argentinien esse ich um 22 Uhr, am Anfang war das sehr schwer für mich. Und meine Gastschwestern und meine Mutter essen kein Fleisch, ich habe nur zwei mal Fleisch gegessen. Ich habe es vermisst."
  • "In Argentinien ist der Unterricht wie ein Kaos, die Schüler schreien und nur manchmal machen sie Hausaufgaben. Und dann haben die Jugendlichen normalerweise schlechte Noten." (Aufsatzkommentar, Schülerin, 12. Klasse)
  • Schüler (16): "Ich früher gut deutsch sprechen, wenn ich klein. Weil mein Oma und Opa mit mir deutsch sprechen."