Montag, 9. April 2007

Mit Fahrrad unterwegs...

Nun liegt auch schon unser erster argentinischer Urlaub hinter uns und wir kommen frisch erholt, leicht gebräunt und mit einem Hauch von Salz auf unserer Haut zurück in die argentinische Schweiz. Wir verbrachten die freien Tage der „Semana Santa “ (Osterwoche) in Pinamar an der Ostküste Argentiniens am Atlantik ca. 400 km unterhalb Buenos Aires. Ein kleiner und ruhiger Ort, nicht ganz so überlaufen wie z. B. Mar del Plata, wo man sich Schulter an Schulter wie die Sardinen neben all die sonnenhungrigen Kurzurlauber aus Buenos Aires quetschen muss. Hier in Pinamar riskiert man kein blaues Auge, wenn man zum Planschen oder Kraueln in die Wellen stürzen will. Marc hat in seinem Online-Tagebuch schon einiges über diese Woche geschrieben, so z. B. dass sich am Sonntag eine noch nie da gewesene Attraktion in Form einer leider schon dahin geschiedenen Riesenschildkröte ereignete. Ein ehrfürchtiger Anblick und zugleich ein großes Spektakel!

Sollte jemand auf die Idee kommen dort ein paar Tage Urlaub machen zu wollen, kann er sich glücklich schätzen, denn lange saubere Strände, angenehme Wassertemperaturen, Dünen und Wälder sowie eine nette angenehme Einwohnerschaft laden ein, es einem so richtig gut gehen zu lassen. Dem sei jedoch angeraten, nicht auf die Idee zu kommen, sich Fahrräder zu leihen, denn so verdirbt man sich mindestens einen, wenn nicht mehrere Tage kostbaren Urlaubs. Viele, oder besser gesagt alle Wege (selbst die asphaltierten Straßen) sind sandig und stellen für den Fahrradfahrer eine unkalkulierbare Gefahr dar. Nur unter höchsten Anstrengungen und viel Übung ist es überhaupt möglich in Bewegung zu kommen, der Sand potenziert die Trägheit des Vehikels um ein Vielfaches. Hat man es dann nach einigen hundert Versuchen endlich geschafft, in Fahrt zu kommen, ist der Körper um einige Schweißdrüsen reicher und statt Wasser ist Adrenalin das vorherrschende Element im Körper. Das ist aber noch nicht alles, denn ist es höchstwahrscheinlich, dass nach einigen Tritten in die Pedale die Schwerkraft wieder siegt und man erneut zum Stillstand kommt, hinfällt, oder man rutscht buchstäblich aus. Das Hinterrad bricht aus und Schwupps... da lag sie wieder ... zum 57sten Mal! Warum ist eigentlich noch keiner auf die Idee gekommen auf Sand Ski zu fahren? Das ist doch die Möglichkeit, den Wintersporttourismus bei den drohenden Schneeschmelzen zu retten. Sand auf die Berge und man rutscht mindestens genauso gut, wenn nicht besser! Jedenfalls auf zwei Rädern: Unmöglich einen harmonischen und schönen Ausflug zu machen! An diesem Tag habe ich das jährliche Quantum einer Hundertschaft hysterischer Hausfrauen geflucht. Um einige Erfahrungen und außerdem vielen blaue Flecken reicher, habe ich am nächsten Tag mit viel Wut im Bauch, aber auch einer gewissen Erleichterung, endlich wieder frei zu sein, das Fahrrad wieder abgegeben.
Mit ein bisschen Nachdenken hätte man vielleicht von selbst darauf kommen können, denn es gab so gut wie keine anderen Fahrradfahrer in Pinamar: Wahrscheinlich haben sich die Einwohner hinter vorgehaltener Hand schiefgelacht und sich zugeflüstert: Schau ´mal, wieder so eine Bekloppte auf dem Fahrrad!

Ansonsten haben wir unseren Urlaub sehr genossen!

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